TEZENTAO / KARATE - KUNGFU

KAMPFKUNST


 

 

 

“In früheren Jahren war es obligatorisch,

dass  ein Mann neben seiner künstlerischen,

auch eine kämpferische Ausbildung erhielt.

Die Entwicklung der Kraft des Kämpferischen

ist eine notwendige Kunst,

um die natürlichen Lebenskonflikte zu lösen.”

SALVADOR  SALPIETRO, Karate-Kungfu-Meister

 

 

Die fernöstlichen, orientalischen Kampfkünste beinhalten eine umfassende Strategie zur Harmonisierung von Körper und Geist und damit zur höheren Effizienz auf allen Gebieten unseres Alltags, im Privatleben wie in der Arbeitswelt.

 

In ihrer höchstentwickelten Form sind sie viel mehr als nur der Wettkampf zweier Gegner auf physischer Ebene oder gar ein Mittel, einem anderen Menschen den eigenen Willen aufzuzwingen oder ihm Schaden zuzufügen.

 

Karate, Kungfu, Aikido, Kendo und die anderen Kampfkünste sind in ihrer eigentlichen Bedeutung vielmehr Zugangstüren zu seelischer Harmonie, innerem Frieden und tiefem Selstvertrauen.

 

Dies überrascht nicht, wenn man weiß, dass der ZEN - Mönch Bodhidarma, der etwa im 6. Jahrhundert von Indien nach China wanderte, die Entwicklung der Kampfkünste sehr beeinflusste.

 

Er stellte fest, dass geistige Übungen allein für seine Schüler nicht den gewünschten Erfolg brachten. Aus dieser Erkenntnis heraus und da die Mönche zu jener Zeit oft überfallen wurden, entwickelte er die Kampftechnik des Shaolin- KungFu. Seitdem blieben die Kampfkünste immer eng mit verschiedenen philosophischen Wegen verbunden wie etwa dem Zen - Buddhismus und dem Taoismus.

 

SI  VIS  PACEM, COLE  MARTIAL  ART.

Wenn Du Frieden willst, pflege die Kampfkunst.

 

Kampf-und Kraftdemonstrationen haben nicht das Geringste mit Kampfkunst im eigentlichen Sinn zu tun. Die großen Kampfkunst-Meister würden sich schämen, wenn sie gezwungen wären, ihre Kunst auf der Straße anzuwenden, selbst wenn dies aus einem berechtigten Grund geschehen würde.

 

Denn wo Kampfkunst ins Spiel kommt, geht es um "Leben und Tod" und nicht um Punkte beim Wettkampfrichter. Mit korrekter Haltung und wachem Geist lassen sich fast stets Möglichkeiten finden, eine solche direkte Konfrontation zu ver -- meiden, ohne das Heft aus der Hand zu geben.

 

Die entscheidene Aufgabe bei der Übung der Kampfkünste besteht darin, durch Meditation und Konzentration die Voraussetzungen für die Entwicklung der inneren Kraft zu verbessern und damit die körperlichen, gefühlsmäßigen und geistigen Hindernisse zu beseitigen, die einer Transformation im Wege stehen.

 

Das unterscheidet die wahren Kampfkünste von anderen, wenn sie sich nicht nur dem äußerlich kämpferischen Aspekt, sondern im Wesentlichen der Entwicklung der inneren Kraft  widmen und somit die Spiritualität des Menschen fördern. Die Kampfkünste dienen dazu, dem Menschen geistige Prinzipien nicht nur über den Intellekt, sondern auch über die körperliche Erfahrung zu vermitteln.

 

Die Tradition der Kampfkünste besteht  wohl seit dem Anfang der Zeit und wurde auch "Der Weg des Kriegers" genannt, und niemals der Weg des Soldaten. Wahre Kampfkunst ist deshalb generell keine Kampf- und Kraftdemonstration, also auch kein Wettkampf.

 

>Friede vermehrt, Unfriede zerstört!<

Verfasser unbekannt

 

Kampfsport hingegen verfolgt für jeden sichtbar völlig andere Ziele. Diese Ziele stehen der Ursprungsintention jeder Kampfkunst diametral entgegen. Kampfsport-Ziele  haben nicht die Absicht der Selbst-Disziplinierung, der Meisterung des Ich, sondern unterstützen in der Regel - vielleicht wegen ihrer kommerziellen Absichten - unser Ego mit seiner Selbstsucht, Rivalität und Konkurrenz und machen es dadurch nur noch egoistischer.  Auch wenn sich einige mit dem Wort "Kampfkunst" dekorieren, entscheidend ist nicht das Etikett auf einer Flasche, sondern sein Inhalt.

 

Wer beherzigt heute wohl noch den Spruch von Churchill: >Sport ist Mord< ?

Und: Ist es nicht bemerkenswert, dass sich viele Kampfsport - getarnt als Kampfkunst - Verbände, etc... auf Bodhidarma, den Gründer des Zen und KungFu berufen?

Dieser 28. und letzte Patriarch Buddhas, hat diese Techniken sicher nicht entwickelt/genutzt,

  • damit sie in einer olympischen Disziplin
  • oder bei anderen Wettkämpfen zur Schau getragen werden;
  • oder für die Entwicklung unserer persönlichen Eitelkeiten
  • und zur Stärkung unseres Egos mißbraucht werden?

Oder war es vielmehr seine Absicht und Praxis, entsprechend seiner religiösen Haltung, diese Techniken und Formen im Wesentlichen für die Praxis der Selbsterkenntnis und Förderung der Spiritualtität  zu entwickeln?

 

Bei aller heutigen "Traditionsliebe" scheint vielen diese Tatsache, der Zusammenhang von Mittel und Zweck, entfallen zu sein. Die Absicht aller spirituellen Kampfkunst- Lehrer - war, ist und bleibt: mit Hilfe der Übung der Kampfkunst die innere und äußere Entwicklung des Schülers zu fördern, damit er ein wahrhaftiger und mutiger "Ganzer Menschen" werden kann.

 

Tatsache ist aber, dass heute fast alle nur noch Sport - Wettkampf und eine "Selbstverteidigung" betreiben, die schon im Wort betont, um wen es hier nur geht: um das "Ego-Selbst". Statt auf diese Art "Selbst-Verteidigung" zu vertrauen,  gibt es eine andere Möglichkeit: Eine korrekte Haltung und ein wacher Geist ermöglichen es in der Regel, eine direkte Konfrontation zu ver---meiden.

 

>Die Kampfkunst z.B. KaraTe ist kein Spiel, kein Sport.

Es ist noch nicht einmal eine Technik der Selbstverteidigung.

Sondern je zur Hälfte eine körperliche und eine spirituelle Disziplin.

Nach der erforderlichen Zeit des Übens und der Meditation

ist der Kampfkünstler ein heiterer und friedlicher Mensch.<

Karate-Meister OYAMA